Umstellung auf DVB-T2 mit der Dreambox

Die Umstellung auf DVB-T2 war vermutlich, seit der Abschaltung analoger Verbreitungswege, einer der größten (technischen) Veränderungen in der deutschen TV-Landschaft. In diesem Artikel gibt es einen ersten (wenn auch leicht verspäteten) Überblick, was die Umstellung für Dreambox-Nutzer bedeutet.


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Was ist DVB-T2?

DVB-T2 ist der neue Übertragungsstandard für terrestrisches Fernsehen in Deutschland. In ersten Großstädten ist die Umstellung bereits erfolgt, während es in anderen Regionen erst in den nächsten Wochen und Monaten so weit sein wird. Die Umstellung bedeutete für viele Fernsehzuschauer, die noch auf den terrestrischen Verbreitungsweg setzen, dass ein Upgrade des Receivers oder gar eine Neuanschaffung nötig wurden — denn alte Receiver können mit dem neuen Übertragungsstandard nichts anfangen.

Der Vorteil von DVB-T2 im Vergleich zum Vorgänger ist, dass mehr Fernsehprogramme übertragen werden können — und das auch in höherer Qualität. So gibt es genug Bandbreite, um sowohl die privaten als auch die öffentlich-rechtlichen Sender in HD auszustrahlen.

Private Fernsehsender über Freenet TV

Die öffentlich-rechtlichen Sender werden über DVB-T2 frei empfangbar und in hochauflösender Qualität verbreitet. Wie befürchtet, setzt sich der jedoch Trend von HD+ nun auch im terrestrischen Bereich fort. Um private Fernsehsender in HD-Qualität über DVB-T2 empfangen zu können, ist nun ebenfalls ein PayTV-Abo nötig. Ähnlich wie bei HD+, werden zum einen ein kompatibler bzw. zertifizierter Receiver vorausgesetzt, und zum anderen Gebühren in Höhe von 69,00 Euro pro Jahr erhoben.

Dies bedeutet jedoch auch, dass der Empfang bzw. die Entschlüsselung von Freenet TV Programmen über die Dreambox nicht ohne weiteres bzw. von Haus aus möglich ist. Es gibt jedoch Möglichkeiten, dies über die Hintertür mit speziellen Modulen und Plugins zu ermöglichen, sofern denn auch ein entsprechendes Freenet TV Abo vorhanden ist. Dies verstößt jedoch möglicherweise gegen Geschäftsbedingungen von Freenet TV, und kann daher nicht in diesem Blog beschrieben werden.

Ein kleiner Tipp übrigens: Wer CI-Module in der Dreambox betreibt und von der Eingabe der Jugendschutz-PIN genervt ist, sollte einen Blick auf das Auto PIN Plugin von gutemine werfen. Das Plugin erledigt die automatische Eingabe der PIN im Hintergrund.

DVB-T2 mit der Dreambox

Für Dreambox-Nutzer der neusten Dreambox-Generaton gibt es allerdings gute Nachrichten: Die DM900, DM525 und DM520 sind für den Empfang von DVB-T2 geeignet, sofern auch ein passender Tuner genutzt wird. Die DM520 und DM525 haben keinen steckbaren Tuner, daher muss das DVB-C/T2-Modell der Dreambox gekauft werden. Die DM900 hat einen steckbaren Tuner, und kann somit gegebenenfalls auf DVB-T2 auch nachträglich umgerüstet werden.

Ältere Dreamboxen kommen für den Empfang von DVB-T2 leider nicht in Frage, auch wenn ein neuer Tuner genutzt wird. Dies liegt an Hardwarebeschränkungen: Bei DVB-T2 werden alle TV-Programme im H.265 Videocodec verbrietet, und dieser wird nur von der neusten Dreambox-Generation unterstützt.

Ähnlich wie bei DVB-C, können auch bei DVB-T2 mehrere Sender mit der gleichen Frequenz gleichzeitig empfangen und dekodiert werden — dies ist vergleichbar mit dem gleichzeitigen Empfang aller Sender vom gleichen Transponder beim Satellitenfernsehen. Die Frequenzverteilung kann jedoch deutschlandweit unterschiedlich auslaufen. Im Dreamboard gibt es hierzu eine etwas genauere Beschreibung. 

Der passende Tuner

Wer bereits eine DM900 UHD besitzt, kann mit dem passenden DVB-C/T2-Kombotuner ganz einfach den neuen Verbreitungsweg nachrüsten. Der Tuner wird von Dream für 79,- Euro angeboten und kann im Fachhandel erworben werden. Mit einem entsprechenden 5V-Umschalter und ein wenig Bastelarbeit kann dieser Tuner sogar gleichzeitig für DVB-T2 und DVB-C genutzt werden.

Besonders interessant ist der Tuner auch als Ergänzung zu DVB-S2. So kann hier die Empfangskapazität für bestimmte Sender (insbesondere die öffentlich-rechtlichen) relativ einfach erhöht werden, wenn die Sat-Schüssel bzw. Installation keine zusätzlichen Eingänge mehr ermöglicht. Ein DVB-T2-Tuner ist dann sicherlich die günstigere und einfachere Alternative zum Einbau eines Multischalters.

Update: Wer eine DVB-T2-Antenne für beide Tuner nutzen möchte, wird hierzu ein entsprechendes Kabel oder T-Stück benötigen, um beide Eingänge mit der Antenne zu verbinden. Ein internes durchschleifen, wie es beim dualen DVB-S2-Tuner möglich ist, geht bei diesem DVB-T2/C-Kombotuner leider nicht (Danke an gutemine für den Hinweis!)

Manueller Suchlauf schafft Abhilfe

Wer in den letzten Tagen versucht hat, durch die automatische Programmsuche neue Fernsehprogramme zu finden, wird unter bestimmten Umständen weniger Sender finden, als tatsächlich vorhanden sind. Dies liegt an einem kleinen Softwareproblem, an dem bereits von den Dream-Entwicklern gearbeitet wird. So werden Multistream-Transponder noch nicht korrekt erkannt. Multistream ist (ähnlich wie bei DVB-S2) Teil des DVB-T2-Standards und erlaubt die Verbreitung mehrerer Fernsehprogramme (bzw. Streams) über den gleichen Transponder. Dies ermöglicht die Verbreitung deutlich mehr Fernsehprogramme als noch zu Zeiten von DVB-T.

Um wirklich alle Sender zu finden, sollte daher in der Zwischenzeit die manuelle Sendersuche durchgeführt werden. Hier können alle Frequenzen abgesucht werden, und fehlende Sender sollten anschließend in der Senderliste auftauchen. Übrigens muss hier nicht jede Frequenz manuell eingegeben werden: Es kann auch auf „komplett“ gestellt werden — dies führt dazu, dass die Dreambox automatisch jede einzelne Frequenz absucht. In den nächsten Tagen sollte auch ein Update erscheinen, dass diesen kleinen Bug bei der automatischen Suche ausbügelt.

Status zur Umrüstung

DVB-T2 ist noch nicht überall verfügbar, sondern nur in bestimmten Regionen. Eine Übersicht zum aktuellen Status und weitere Hintergrundinformationen zu DVB-T2 gibt es unter dvbt2hd.de.

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3 Gedanken zu „Umstellung auf DVB-T2 mit der Dreambox“

  1. Danke für die Zusammenfassung. Evt. wäre ein kleiner Hinweis angebracht das wenn man beim Twin Tuner beide Eingänge mit DVB-T2 betreiben will (damit man auf der dm900 gleichzeitig schauen und Aufnehmen kann) nicht um ein T-Stück oder einen Verteiler und entsprechende Kabel herum kommt, um eine DVB-T2 Antelle für beide Eingänge nutzen zu können, weil die beiden Eingänge elektrisch völlig getrennt sind und nicht intern durchgeschliffen werden können. Außerdem muss auch das HBBTV Plugin noch angepasst werden, um die nur als Stream verfügbaren Regionalsender auch direkt über die Rote Taste starten zu können.

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