ZDFneo und HD+ gehen an den Start

Der heutige Tag könnte für das deutsche Fernsehen ein Wendepunkt darstellen. Neben dem neuen öffentlich-rechtlichem Sender ZDFneo geht ebenfalls die heftig kritisierte und zum Boykott aufgerufene Astra HDTV-Plattform „HD+“ an den Start.


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ZDFneo — Ein Angriff auf das Privatfernsehen?

Heute ist der erste Sendetag des neuen TV-Senders ZDFneo, welcher auch gleichzeitig den alten Dokumentationskanal ZDFdoku ersetzt. Das soll aber kein Nachteil sein — auf ZDFneo sollen nachwievor Dokumentationen laufen, und noch viel mehr. Neben Dokus sollen auch Serien und Shows auf diesem Sender laufen. Dabei soll es diverse Krimiserien geben, neben „Miami Vice“ auch brandaktuelle Serien wie „In Plain Sight“. Eine genaue Auflistung des Programmangebots gibt es bei DWDL.

Mit diesem Programmangebot greift das ZDF die privaten Fernsehsender an, welche sich auch kritisch über den neuen Sender äußern. Es sei ein „frontaler Angriff auf das Privatfernsehen.“ Dass die Fernsehchefs sich kritisch über den Sender äußern, kann aber auch ein positives Zeichen sein. Jeder neue Sender belebt ein wenig die Programmvielfalt und ein wenig mehr Konkurrenzkampf kann — vor allem den Verbrauchern — auf keinen Fall schaden.

Astra Satelliten-Plattform „HD+“

Astra hat in den vergangenen Wochen mit der neuen HDTV-Plattform „HD+“ für sehr viele, größtenteils negative, Schlagzeilen gesorgt. Dabei konnte man auch anhand der Berichterstattung der verschiedenen Nachrichtenmagazine genau beobachten, welches dieser Nachrichtenmagazine unabhängig und offen über die negativen Seiten der Satelliten-Plattform berichtet hat — und welches nicht.

Leider entstehen durch die neue Satelliten-Plattform für den Verbraucher größtenteils entscheidende Nachteile. So können beispielsweise die Sender kontrollieren, welche Sendungen aufgenommen werden dürfen und welche nicht. Außerdem können diese das Überspulen von Werbung blockieren. Hat man eine Sendung mit Timeshift angehalten oder vorher aufgenommen, wird man dank „HD+“ in Zukunft die Werbung anschauen müssen. Eine digitale Rechteverwaltung hält nun leider endgültig Einzug in das deutsche Fernsehen.

Des Weiteren wird, auch wenn die Satelliten-Plattform kostenpflichtig ist, natürlich nachwievor Werbung ausgestrahlt. Normalerweise war PayTV das Äquivalent zu Werbefreiheit während Fernsehsendungen bzw. Filmen. Doch auch das scheint nun leider der Vergangenheit anzugehören.

Die vielen Nachteile waren für das IhaD-Board Grund genug, ein von vielen Seiten unterstützten Boykott-Aufruf zu veröffentlichen. Über diesen Boykott-Aufruf wurde in der Szene sowie auch in der Presse überwiegend positiv berichtet. Dieser stellt nochmals die größten Einschnitte für Verbraucher dar und ruft alle dazu auf, auf die neue Satelliten-Plattform zu verzichten.

Die Zukunft

Die deutsche Senderwelt steht im Wandel — keine Frage. Die privaten Sender möchten von den Verbrauchern für ihre Sendungen direkt bezahlt werden. Dieser Trend lässt sich nur aufhalten, wenn die Verbraucher sich dagegen aussprechen und es den Sendeanstalten auch zeigen, indem sie auf die kostenpflichtigen Programmangebote verzichten.

Es bleibt abzuwarten, wie sich das Ganze in Zukunft entwickeln wird. Für uns Verbraucher wäre es auf jeden Fall wünschenswert, dass eine digitale Rechteverwaltung wieder aus dem Fernsehen verschwindet — so wie sie gerade im Online-Musikgeschäft ebenfalls am Verschwinden ist, weil die Produzenten eingesehen haben, dass Einschränkungen des Verbrauchers sich negativ auswirken. Einschränkungen sind unerwünscht und dürfen in der Form auch nicht akzeptiert werden — das muss nochmals klar gesagt werden.

Positiv ist, dass es im FreeTV mit ZDFneo einen neuen Sender mit Potenzial gibt, welcher eine gute Alternative darstellen könnte. Es bleibt abzuwarten, wie sich alles in Zukunft entwickeln wird und wie die Verbraucher auch auf die neue Satelliten-Plattform „HD+“ reagieren werden. Möglicherweise wird es die ersten lauten kritischen Stimmen erst in einem Jahr geben, wenn HD+ nach der einjährigen Einführungsphase endgültig kostenpflichtig werden wird.

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