Aus ts-Aufnahmen DVDs, Blu-rays oder XviD erstellen — Zwei All-In-One-Tools vorgestellt

Ein Tutorial, wie die Konvertierung von Aufnahmen (.ts-Dateien) mit kostenlosen Tools funktioniert, gibt es bereits im Dreambox-Blog. Da man hier allerdings immer auf viele Tools zurückgreifen muss, möchte ich euch heute bequemere Varianten vorstellen, die allerdings nicht kostenlos sind, dafür aber spannende Möglichkeiten wie das Konvertieren zu XviD oder Erstellen einer Blu-ray-Disk bieten. 


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Um Aufnahmen auf eine DVD zu brennen oder nach DivX oder andere Formate zu konvertieren, werden in der Regel mehrere Tools benötigt, wenn man alles mit Freeware- oder OpenSource-Tools erledigen möchte — es gibt leider kein kostenloses „All-In-One-Tool“. Eine ausführliches Tutorial, wie das mit kostenlosen Tools geht und welche dafür benötigt werden, findet ihr in einem HowTo des Dreambox-Blogs.

So eine Konvertierung verläuft normalerweise in drei Schritten, vorausgesetzt man möchte nichts schneiden: demuxen, multiplexen und konvertieren.

Eine ts-Datei kann man sich vorstellen wie ein ZIP-Archiv. Denn es ist nichts anderes, als eine so genannte Containerdatei (wie mkv übrigens auch). Dahinter verbergen sich vereinfacht gesagt drei Elemente: Die Video-Spur, die Audio-Spur und eine Datei, welche die Video- und Audio-Spur zueinander synchronisiert. Das bedeutet, dass vor dem Konvertieren die Audio- und Video-Spuren zueinander synchronisiert werden müssen, damit es später auch keine Probleme gibt.

Alles in allem sind dafür mehrere Tools nötig. Daher kann es gut sein, dass das einem etwas zu kompliziert und aufwändig ist, die nötigen Schritte manuell und mit mehreren Tools durchzuführen. Dafür gibt es natürlich Alternativen, die teilweise aber nicht ganz günstig sind, dafür aber auch ein paar Features mehr bieten und vor allem all diese Aufgaben automatisch übernehmen, man muss sich praktisch um nichts zu kümmern — es reicht, wenn das gewünschte Ausgabeformat ausgewählt wird.

Heute stelle ich zwei Tools vor: Audials One bzw. Audials Moviebox, welches sich vor allem für das Konvertieren der Filme in das XviD (avi) oder h.264 (mkv) Format eignet und DVR-Studio, das den kompletten Prozess vom Download von der Dreambox über das Schneiden der Filme bis hin zum Brennen auf DVD und Blu-ray beherrscht und alles in allem ein sehr mächtiges Tool ist.

Audials One und Audials Moviebox

Die meisten werden Audials One wahrscheinlich in einen Zusammenhang mit der Aufnahme von Web-Streams bringen. Doch tatsächlich bietet die Software noch viel mehr. Genauer gesagt gibt es mehrere Tools von Audials und Audials One vereint alle diese Tools in einem.

Audials One 9
Audials One 9

Für uns interessant ist der Video-Converter, den es mit Audials Moviebox auch als eigenständige Version gibt und dafür natürlich auch etwas günstiger ist.

Dieser beschränkt sich auf das Wesentliche, nämlich das Konvertieren. Schneiden der Filme ist damit nicht möglich. Dafür ist die Auswahl der Ausgabeformate relativ groß und auch gut sortiert. Die wichtigsten Ausgabeformate sind alle vertreten: WMV, MP4, 3GP, h.264 (mkv) und XviD. Praktisch ist auch, dass statt des gewünschten Ausgabeformats auch das Gerät ausgewählt werden kann, auf dem das Video später abgespielt werden soll, z. B. Apple iPhone oder Android-Smartphones — Audials stellt dann automatisch das kompatible Ausgabeformat ein.

Für uns spannend ist aber hier vor allem XviD und mkv bzw. h.264. Für beide Formate kann ausgewählt werden, ob diese, bei einer HD-Aufnahme, in der originalen Qualität behalten oder aber auf SD runterskaliert werden sollen. Beides klappt problemlos. XviD HD und SD lassen sich anschließend auch problemlos auf der Dreambox wiedergeben.

Praktisch ist auch, dass nicht auf die vordefinierten Profile zurückgegriffen werden muss, sondern auch die manuelle Auswahl des Audio- und Video-Codecs möglich ist. Je nach ausgewählter Container- bzw. Ausgabe-Dateiendung stehen verschiedene Codecs zur Auswahl.

Codec-Auswahl
Codec-Auswahl

Die Konvertierung selbst geht schnell und es wird auch eine Stapelconvertierung unterstützt, also das Konvertieren mehrerer Dateien in einer Warteschlange.

Interessant hierbei ist auch die Platzeinsparungen, die man beispielsweise mit dem XviD-Codec erreichen kann. Im originalen Zustand nimmt eine 720p-Aufnahme (in dem Fall ZDF HD) mit 40 Minuten Länge ca. 3,879 GByte ein. Nach dem Konvertieren in Xvid HD, also immer noch 720p, sind es nur noch 3,285 GByte. Wird das Ganze noch auf SD herunterskaliert, sind es nur noch 1,678 GByte. So eine Konvertierung kann sich also ganz gut für die Archivierung eignen, zumal XviD und h.264 auch zu anderen Abspielgeräten kompatibel sind. Gut ist hier auch, dass mehrere Prozessorkerne ausgenutzt werden — auf einem Quad-Core hat die Konvertierung von 40 Minuten Film bei mir ca. 15 Minuten gedauert.

Einziger Wermutstropfen bei Audials ist, dass es wirklich nur konvertiert, Schneiden ist damit nicht möglich. Dies müsste in dem Fall vorher mit einem anderen Tool oder aber dem Cutlist-Editor auf der Dreambox erledigt werden. Dafür kommen, je nach Version, ein paar interessante Features hinzu, wie z. B. eine legale Möglichkeit, DVDs zu rippen oder Online-Streams mitzuschneiden.

Audials One kostet derzeit 49,90 Euro und bringt neben dem Konvertierungstool auch viele andere Funktionen mit. Audials Moviebox, in dem das Konvertierungsmodul enthalten ist, kostet nur 19,90 Euro. Weitere Infos gibt es bei audials.com

DVR-Studio

Wem reine Konvertierungstools nicht ausreichen und erweiterte Features wie das Schneiden der Filme noch nötig ist, für den könnte DVR-Studio was spannendes sein.

DVR-Studio
DVR-Studio

DVR-Studio beherrscht den kompletten Prozess, vom Download der Aufnahme von der Dreambox über das Schneiden, bearbeiten von Tonspuren bis hin zum Brennen von DVDs oder sogar Blu-rays. Hinzu kommt noch, dass individuelle DVD- und Blu-ray-Menüs erstellt und so auch problemlos mehrere Aufnahmen auf ein Medium gebrannt werden können.

Auch beim DVR-Studio gibt es verschiedene Versionen, deren Funktionsumfang sich unterscheidet. Es werden vier Versionen von DVR-Studio angeboten sowie eine zusätzliches Tool names DVR-Compress, welches in der Lage ist, Aufnahmen so zu komprimieren, dass sie auf eine DVD oder Blu-ray passen. Laut Herstellerangaben soll das Komprimierungsverfahren nahezu verlustfrei arbeiten können und sehr gute Ergebnisse liefern, die auch mit der oben bei Audials erwähnten Konvertierung zu XviD mithalten kann. Kurz gesagt: Wer hochauflösende Aufnahmen verarbeiten möchte, benötigt DVR-Studio HD. Möchte man zusätzlich auch Blu-rays oder DVDs brennen können, wird DVR-Studio HD 2 nötig. Für die Verarbeitung von SD-Material reicht auch DVR-Studio Pro aus. Einen genauen Produktvergleich gibt es hier.

DVR-Studio ist ein Demuxer, Multiplexer, Cutlist-Editor, DVD- und Blu-ray-Brenner in Einem. Das Praktische ist, dass man hiermit eben auch schneiden kann und Untertitel aus externen Dateien und Teletext übernommen werden.

Als Eingabeformate werden neben den üblichen ts-Aufnahmen der Dreamboxen auch AVCHD-Videokameras unterstützt — damit kann das Tool auch für das Schneiden und Brennen von bspw. Urlaubsaufnahmen genutzt werden.

Das praktische an DVR-Studio ist, dass mehrere Aufnahmen in ein Projekt eingefügt werden können. Grundsätzlich ist das Programm sauber aufgebaut und bietet einen guten Überblick über alle wichtigen Funktionen. Unten befindet sich die Timeline, in der Schnittmarken hinzugefügt werden können, um ungewünschte Bereiche wie beispielsweise die Werbung entfernen zu können. Und was die Werbung angeht, gibt es auch die automatische Werbeerkennung. Anhand des Wechsels beim Bildformat oder anderer Audiospurgen kann DVR-Studio Werbung automatisch erkennen und setzt die Schnittmarken entsprechend (der Button zur automatischen Erkennung der Werbung befindet sich rechts oben).

Links neben der Timeline werden zudem auch alle verfügbaren Audio-Spuren und Untertitel angezeigt. Diese können, falls gewünscht, entfernt oder auch umbenannt werden.

Menüs erstellen mit DVR-Studio
Menüs erstellen mit DVR-Studio

Spannend und ein großes Feature ist auch die Erstellung von Menüs. Möchte man die Aufnahmen auf eine DVD oder Blu-ray brennen, so kann man sich dafür auch Menüs automatisch generieren lassen. Dazu werden die EPG-Informationen automatisch ausgewertet und in die jeweilige Vorlage eingefügt (siehe Screenshot über diesem Absatz). Auch das Mischen von HD- und SD-Aufnahmen ist kein Problem. Allerdings gibt es hier eine kleine Einschränkung, wenn SD-Material auf eine Blu-ray gebrannt werden soll: Es werden keine MPEG2-Tonspuren unterstützt! Das ist technisch bedingt, MPEG2 wird auf Blu-rays nicht unterstützt. Weitere Infos dazu gibt es auch in dem Artikel über den kommenden Blu-ray-Suport auf Dreamboxen.

Passen die Aufnahmen nicht auf eine Blu-ray oder DVD, können diese mit DVR-Compress entsprechend komprimiert werden. Allerdings ist das ein extra Tool bzw. Modul, welches für 15 Euro erworben werden kann.

Zudem wird statt dem Brennen einer DVD auch der Export in eine MPEG- oder ts-Datei unterstützt. Auf diese Weise können auch mehrere Aufnahmen zu einer zusammengeführt werden oder aber Aufnahmen von Werbung oder ungewünschten Inhalten befreit werden, bevor diese bspw. konvertiert oder zurück auf die Dreambox kopiert werden.

Interessant ist hier auch der so genannte Geräte-Export, welcher eine Alternative zum Brennen ist. Ein erstelltes Projekt wird dann in einem zum vorher in den Einstellungen konfigurierten Gerät, beispielsweise einer Dreambox, in einem kompatiblen Dateiformat exportiert. Gedacht ist die Funktion, auf einer Festplatte oder NAS ein Videoarchiv aufzubauen, statt die Aufnahmen auf DVD oder Blu-ray zu brennen. Genaueres zum Geräte-Export gibt es in dieser PDF.

Über den Funktionsumfang könnte man noch mehrere Artikel füllen. Daher möchte ich auf den YouTube-Kanal verweisen, dort gibt es viele verschiedene Lehrvideos, die einen guten Überblick über den Funktionsumfang bieten.

Außerdem gibt es natürlich auch Testversionen der verschiedenen Versionen, was ich jedem empfehlen würde, schließlich hat beispielsweise DVR-Studio HD 2 mit 85 Euro einen stolzen Preis, bietet dafür aber einen entsprechend großen Funktionsumfang. Dreambox-Blog-Leser können über diesen Link exklusiv eine 60-tägige Testversion herunterladen (normal sind es nur 30 Tage).

Unter www.haenlein-software.com gibt es zudem noch weitere Infos, Produktvergleiche und Videos rund um die verfügbaren Programme. Ein Blick ist das auf jeden Fall wert.

Fazit

Mit Audials und DVR-Studio wollte ich mal zeigen, wie man vor allem auch HD-Aufnahmen bequem konvertieren, brennen und bearbeiten kann. Natürlich sollte das kein Vergleich der beiden Tools werden, schließlich ist der Einsatzzweck grundverschieden. Zumindest für das Konvertieren von Videos gibt es natürlich eine ganze Vielzahl an alternativen Tools, wobei Audials sich als ein solides Programm herausgestellt hat, das die Konvertierung in schneller Zeit erledigt.

Beides, sowohl das Konvertieren als auch das Brennen von DVDs, kann über Umwege auch mit kostenlosen Tools erreicht werden — aber ein All-in-One-Programm, das auch einen entsprechend mächtigen Funktionsumfang hat, gibt es nicht. Doch es ist möglich, wie in diesem Artikel beschrieben.

Wer keine Zeit oder Lust hat, sich mit vielen verschiedenen Tools und Arbeitsschritten auseinanderzusetzen, für den kann sich ein Blick auf einen der beiden Programme lohnen.

Was haltet ihr von den Programmen oder kennt ihr vielleicht gute Alternativen? Dann nicht zögern, sondern einfach einen Kommentar zu diesem Artikel hinterlassen!

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8 Gedanken zu „Aus ts-Aufnahmen DVDs, Blu-rays oder XviD erstellen — Zwei All-In-One-Tools vorgestellt“

  1. Für meine Zwecke nutze ich „VideoReDo TV Suite with H.264“ -> http://www.videoredo.com

    Mit dem Programm kann ich ziemlich exakt und vor allem sehr leicht SD- und HD-Material der Dreambox (und vieler weiterer Formate) schneiden und in den unterschiedlichsten Formaten abspeichern. DVD brennen klappt auch, BluRay leider (noch?) nicht. Die Geschwindigkeit ist auch absolut okay.

    Wenn man WMV nutzen will: Dieses Format wird sowohl als Eingabe- als auch als Ausgabeformat nicht unterstützt.

    Es gibt auch eine Testversion auf der Homepage, inwieweit die eingeschränkt ist, weiß ich nicht. Die o.g. Vollversion kostet leider knapp 100 Dollar, aber ich bin seit Jahren sehr zufrieden mit dem Proggi.

  2. Videoredo habe ich auch ausprobiert und mir gefällt mir das erwähnte framegenaue Schneiden, welches es bei DVR-Studio leider nicht gibt.

  3. Danke für den Tipp mit Videoredo. Ich kannte das Tool bisher nicht! Famegenaus Schneiden ist tatsächlich manchmal ganz praktisch… Vom Preisniveau bewegt sich Videoredo in etwa auf gleichem Niveau wie DVR-Studio.

  4. Das framegenaue schneiden von HD-Material mit Smart Cutter kann ich empfehlen. Es lassen sich Anfang und Ende sowie Werbeblöcke ohne erkennbare Übergänge in einem Rutsch entfernen, ich sehe mir die Filme seitdem selten ungeschnitten an. Unschön dabei ist nur die fehlende Gigabit-Unterstützung der Dreambox, so dass der Down- und Upload länger als das Schneiden dauert. Die simple Bedienung ist am Anfang etwas ungewöhnlich, man lernt sie aber schnell lieben.

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